Erfahrung schon seit 1983
Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

Zunächst gute Nachrichten für alle Schmerzpatienten

Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).

MORTON METATARSALGIE
Morton-Metatarsalgie
(ICD G57.6)

Morton ist ein Eigenname und Metatarsalgie steht für einen Schmerz in den Mittelfußknochen, den Ossa metatarsi.
Weitere Synonyme (= wie diese Krankheit sonst noch bezeichnet wird): Morton-Syndro m, Morton-Neuralg ie, Interd igitalneuralgie und Interdigital isneuralgie.

Es gibt 5 Ossa metatarsalia (I-V), die aus einer breiten, proximalen (= näher zur Körpermitte hin) Basis, Corpus (= Körper) und distalem (= weiter entfernt von der Körpermitte) Caput (= Kopf, Haupt) bestehen.

Bei der Morton Metatarsalgie handelt es sich um ein Kompressionssyndrom, genauer gesagt um ein Nervenkompressionssyndrom (= ein Krankheitszeichen, das durch mechanischen Druck entsteht) der Plantarnerven (Nn. plantaris medialis et lateralis bzw. N. digitales) (= Nerven im Bereich der vorderen Fußsohle, End äste des N. tibialis) bevorzugt zwischen den Zehen III und IV, aber auch zwischen II und III. Dabei entstehen Neurome (= schmerz hafte, spindelförmigen Auftreibung der beteiligten Nerven). Die Histologie (= Feingewebsuntersuchung) zeigt eine Fibrosierung (= krankhafte Bindegewebsvermehrung) bei chronischer Ischämie (= Minderdurchblutung infolge einer Durchblutungsstörung).

Bei der Morton Metatarsalgie kommt es zu vorwiegend brennenden, i.d.R. anfallsartig auftretenden Schmerzen im Bereich der vorderen Mittelfuß knochen mit Ausstrahlung in die Nachbar zehen. Druck auf die (mehr vordere) Fu ßsohle wirkt schmerz auslösend bzw. deutlich schmerz verstärkend.
Ursächlich ist eine durch mechanischen Druck verursachte Nervenreizung, hpts. bei Sen
k-/Sp reiz fuß.

Therapie bei Morton-Metatarsalgie:
Zunächst wird der Orthopäde bei Sen k-/Sp reizfuß geeignete Schuheinlagen verordnen.
Bei richtig anfallsartigem Beschwerdecharakter im Sinne einer echten Neuralgie ist die Verordnung eines Antikonvulsivums
(= ein Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei anfallsartigen Schmerzen wirksam) angezeigt. Als erste Mittel der Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin. Die Kombination mit Baclofen hilft Gabapentin bzw. Pregabalin oder Carbamazepin einzusparen. Ansonsten können zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheuma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.

Spezielle Schmerztherapie bei Morton-Metatarsalgie:

Leider erweist sich die Morton-Metatarsalgie trotz dieser Maßnahmen bisweilen als sehr hartnäckig. In diesen Fällen ist die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel)in Form von einer wiederholten Nervenblockade des Nervus tibialis (zwischen Innenknöchel und Ach illessehne) mit jeweils 2-3 ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5% hilfreich.
Bei weiter bestehenden Schmerzen kommt bei der Morton-Metatarsalgie als nächst höhere Therapiestufe die kontinuierliche Blockade des Ischiasnervs
(= dieser Nerv versorgt auch den Mitte lfuß) mit Katheter mit gutem Erfolg zum Einsatz.
Bei dieser Betäubungsmethode wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) an der Rückseite des Oberschenkel
s, knapp unterhalb des Gesäß es, dicht an den Ischias nerv eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen zur Verbesserung der Fußstatik (Stabilisierung des Längs- und Quergewölbes) möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Im Falle der Morton-Metatarsalgie ist diese Behandlungsmethode kausal
(= gegen die Ursache gerichtet), da die Nervenstörung ja infolge einer verminderten Durchblutung entstanden ist und eine verbesserte Durchblutung auch den Nervenzellstoffwechsel optimiert.

Die beschriebene, invasive (= in den Körper eindringende) Therapiemethode der speziellen Schmerztherapie setzt eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in spezialisierten Einrichtungen angeboten werden kann. Insbesondere sind kontinuierliche Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.

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Aktualisiert: >07.03.2009</> kusb&
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